Der SFB im Ersten: ARD [w] wie Wissen: Die Welt ist bunt – aber ist mein Blau auch dein Blau? Am Samstag 18. August um 16:00 Uhr

Ist das Blau, das ich sehe, auch das, was du siehst?  Schwer zu beantworten, aber ein spannendes Forschungsgebiet. Auf jeden Fall bestimmt auch die Sprache, wie wir über Farben kommunizieren.  Blau oder grün? Dazwischen liegt Türkis – das Wort für diese Farbe nutzen wir aber erst seit Mitte des letzten Jahrhunderts.  Unser Gehirn sucht nach Konstanz in der Welt der Farben. Eine Banane ist gelb, klar – und wir sehen sie auch gelb, selbst wenn sie auf Fotos eigentlich grau ist. 

Waren alle Dinos grau, und wie kann man wissen, welche Farben sie hatten? Bei Tieren wird in spezialisierten Zellen Farbstoff in winzigen Fächern, den Melanosomen, ausgebildet. Und diese Strukturen sind in manchen Fossilien mit Hautresten erstaunlicherweise gut erhalten. Heute kann man sie als Millionen längliche Gebilde unter dem Elektronenmikroskop erkennen. Jede Farbe hat eine eigene Kennung der Melanosomen – so weiß man inzwischen, wo ein Dino welche Farbe trug.  Die längst ausgestorbenen Echsen bekommen ihre Farbe zurück!

Aber auch unsere heutige Tierwelt birgt immer wieder Überraschungen: Chamäleons tragen Tarnfarben, meist sind sie grün oder braun gemustert. Erst kürzlich entdeckten Wissenschaftler in München, dass die meisten Arten auch fluoreszierende Muster haben.  Die leben in schattigen, tropischen Wäldern, wo der Anteil an ultraviolettem Licht relativ hoch. Genau das nutzen die Tiere mit Fluoreszenz, zur Kommunikation mit Artgenossen und unsichtbar für potenzielle Feinde.

Bunte Muster auf der Haut – das scheint auch vielen Menschen zu gefallen. Jeder vierte Deutsche trägt mittlerweile ein Tattoo, feine Muster bin hin zu farbenprächtigen, fotorealistischen Gemälde. Und obwohl die Tattoo-Szene blüht wie nie zuvor, konnten Mediziner bisher nicht erklären, warum die in die Haut gespritzten Farben ein Leben lang erhalten bleiben. Schließlich gehört die Haut zu den Organen, die sich ständig erneuern. Doch nun hat ein Forscherteam in Frankreich das Rätsel gelöst.

[Quelle: https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/sendetermine-100.html]16.08.2018